13.06.2019

SPD Berchtesgadener Land will kreative Wege für gute und bezahlbare Wohnungen gehen

Bild: Antrag Wohnraum BPT
Kreisverband stellt einstimmig Antrag an Bezirksparteitag
Guten und bezahlbaren Wohnraum im Landkreis sichern und schaffen und zugleich der Flächenversiegelung Grenzen setzen – mit diesen scheinbar gegensätzlichen Zielen hat sich der Kreisvorstand der SPD Berchtesgadener Land bei einem Treffen im Pidinger Haus der Vereine vor den Pfingstferien befasst. Nach einer ausführlichen Diskussion haben die heimischen Sozialdemokraten einstimmig einen Antrag an den Bezirksparteitag der SPD Oberbayern gestellt, der Ende Juni stattfinden wird und sich darin für kreative Lösungen zur Aktivierung von bereits überbauten Flächen ausgesprochen.

Zu Beginn des Treffens stellte der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger eine Studie der Technischen Universität Darmstadt vor, die im Frühjahr für Aufsehen sorgte. Danach können bundesweit mehr als zwei Millionen Wohnungen durch die Aufstockung von Nicht-Wohngebäuden wie beispielsweise Büro- und Verwaltungsobjekten, eingeschossigem Einzelhandel und Parkhäusern geschaffen werden. In der Untersuchung werden auch die Regionen benannt, für die sich solche Projekte aufgrund der hohen Grundstückspreise lohnen, zu denen auch das Berchtesgadener Land gezählt wird. Weitere Chancen sah der Pidinger Kreisrat in der Überbauung von Parkplatzflächen mit Wohnbebauung ab dem ersten Stock und der Schaffung von mehr Tiefgaragenplätzen.

Die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Susanne Aigner wies darauf hin, dass entsprechende Ansätze auch im Berchtesgadener Land bereits verfolgt werden und nannte als Beispiele das Wohngebäude neben dem Pidinger EDEKA-Markt und die Aufstockung des Penny-Marktes in Laufen. „Es gibt hier noch viel Potential in unserer Region, dass wir mit Kreativität nutzen können, um für Menschen mit normalen und niedrigen Einkommen gute und erschwingliche Wohnungen zu schaffen“, zeigte sie sich überzeugt.

Mit Blick auf die Planungen für Wohnbebauung am Landratsamt und am Ganghoferfeld in Bischofswiesen ergänzte der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner, dass eine Entwicklung mit Augenmaß auch für Projekte auf neuen Bauflächen möglich sein soll. Allerdings sieht er ebenfalls erhebliches Potential in einer Verdichtung und erweiterten Nutzung von bereits bebauten Flächen, wie es beispielsweise „Am Burgergraben“ in Bischofswiesen geschehe.
Der Juso-Vorsitzende Christoph Lerner erinnerte daran, dass im Landkreis nicht nur größere Familienwohnungen, sondern auch kleinere Wohneinheiten für junge Paare oder Singles dringend gesucht sind; „Für viele junge Menschen ist der Schritt zur eigenen Wohnung in unserer Region aufgrund der hohen Mietpreise und des überschaubaren Angebots schwierig“. Der Reichenhaller Stadtrat Dr. Wolf Guglhör begrüßte die Überlegungen zur Einschränkung des Flächenverbrauchs und sah auch in einer aktiven Begleitung von Menschen, die in eine kleinere Wohnung wechseln wollen, erhebliches Potential.

Am Schluss der Aussprache beschlossen die Mitglieder des SPD-Kreisvorstands einstimmig einen Antrag an den SPD-Bezirksparteitag, in dem zusätzliche Forschung für die Überbauung bestehender Objekte und Verkehrsflächen, eine gezielte Förderung von Pilotprojekten und eine Informationskampagne zu dem Thema gefordert wird. Der Antrag und ein Link zur Studie der TU Darmstadt ist ab sofort auf www.spd-bgl.de zu finden.

Foto: Der SPD-Kreisvorstand diskutierte über neue Lösungen für guten und bezahlbaren Wohnraum (von links nach rechts):
Dr. Wolf Guglhör (Bad Reichenhall), Rosina Rau (Saaldorf-Surheim), Arnim Schläfke (Bayerisch Gmain), Christoph Lerner (Jusos), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender), Güldane Akdemir (stv. SPD-Kreisvorsitzende), Susanne Aigner (stv. SPD-Kreisvorsitzende), Hans Rauscher (Teisendorf), Markus Aicher (Freilassing), Hans Metzenleitner (Sprecher SPD-Kreistagsfraktion), Guido Boguslawski (Bad Reichenhall), Franz Hagenauer (Saaldorf-Surheim)


Roman Niederberger Wohnen 

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